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Legal Tech··16 Min. Lesezeit

Legal Prompts: 40+ bewährte Prompts für Anwält*innen (Recherche, Gutachten, Schriftsätze, Verträge)

MK

Prof. Dr. Markus Klein

Legal Tech Researcher

RA Sabine M., Solo-Anwältin in Freiburg, testet zum ersten Mal ein Legal-AI-Tool. Sie tippt: "Erkläre § 556d BGB." Antwort: solide. Zehn Minuten später testet sie ein strukturiertes Prompt mit Rolle, Kontext, Aufgabe und Format. Antwort: eine mandatsreife Kurzanalyse mit Prüfschema, Mietspiegel-Logik und Checkliste. Gleiche Technologie, anderer Output. Der Unterschied war das Prompt.

Genau deshalb entscheidet Prompt Engineering für Anwält*innen 2026 über die tatsächliche Produktivität Ihrer KI-Nutzung. Ein gutes Prompt verkürzt die Recherche auf Minuten und liefert Struktur, die Sie direkt weiterverarbeiten. Ein schlechtes Prompt ist Schlagwort-Ping-Pong mit dem Modell.

Dieser Beitrag gibt Ihnen 40 getestete Legal Prompts in sechs Kategorien: juristische Recherche, Gutachten, Schriftsätze, Verträge, Mandantenkommunikation sowie Kanzlei-Operations und Ausbildung. Zusätzlich finden Sie fünf Prinzipien, die jedes juristische Prompt besser machen, und die klare Abgrenzung, was Sie niemals in ein KI-Tool eingeben dürfen.

Lulius Solo-Plan ab 99 EUR testen: RAG auf 150+ Bundesgesetzen, Gutachtenstil-Output.

Alle Prompts sind mit Platzhaltern wie [Sachverhalt, anonymisiert] formuliert. Kein Beispiel enthält Mandatsbezug. Beachten Sie beim Einsatz stets Ihre schriftliche KI-Richtlinie Kanzlei.

Die 5 Prinzipien, die jedes juristische Prompt verbessern

Wer Prompts in der Kanzlei beherrscht, gewinnt mehr mit fünf Prinzipien als mit jeder Vorlagen-Sammlung. Die großen Anbieter, darunter OpenAI und Anthropic, dokumentieren diese Grundsätze seit Jahren konsistent. Juristisch übersetzt lauten sie so:

Prinzip 1: Rolle setzen

Benennen Sie die Rolle, in der das Modell antworten soll. "Du bist Volljurist mit Schwerpunkt Arbeitsrecht" oder "Du bist Fachanwalt für Mietrecht" ist keine Kosmetik. Die Rolle steuert Terminologie, Tiefe und Prüfstrenge.

Prinzip 2: Kontext liefern, aber nur anonymisiert

Fakten statt Abstraktion. Je präziser der Sachverhalt, desto schärfer die Antwort. Wichtig ist der Datenschutzrahmen: Für mandatsbezogene Sachverhalte nutzen Sie ausschließlich spezialisierte Legal AI mit AVV und EU-Hosting. Die Begründung dazu steht im Beitrag zu DSGVO-konformer KI für Anwälte.

Prinzip 3: Aufgabe präzise formulieren

"Analysiere" ist schwach. "Nenne die einschlägigen Anspruchsgrundlagen, prüfe deren Voraussetzungen und kennzeichne streitige Punkte" ist stark. Die Aufgabe ist der Auftrag. Jede Unschärfe kostet später Zeit in der Nachbearbeitung.

Prinzip 4: Format vorgeben

Gutachtenstil? Tabelle? Gliederung? Nummerierte Liste? Geben Sie das Zielformat explizit vor. Ein Modell ohne Formatvorgabe improvisiert. Ein Modell mit klarem Format liefert weiterverarbeitbaren Output.

Prinzip 5: Quellenanker verlangen

Bei allgemeinen LLMs hilft ein Ehrlichkeitsanker wie "Markiere Unsicherheiten ausdrücklich". Bei spezialisierter Legal AI mit Retrieval und Quellenverweisen liegt der bessere Weg in der Systemarchitektur selbst. Stanford HAI beschreibt in Hallucinating Law sehr klar, dass juristische Fehler in allgemeinen Sprachmodellen kein Randphänomen sind. Genau deshalb gehören Quellen und Prüfpfade in jedes juristische Prompting.

Wenn Sie die operative Seite der Recherche vertiefen möchten, lesen Sie ergänzend unseren Beitrag zu KI juristischer Recherche.

Prompts für die juristische Recherche (P1 bis P8)

Jede Kanzlei verliert die meiste Zeit in der Recherche. Gute Prompts heben genau dieses Potenzial.

P1: Normen-Recherche mit Paragraphen-Fokus

Rolle: Volljurist mit Schwerpunkt [Rechtsgebiet].
Aufgabe: Identifiziere die einschlägigen Normen für folgenden Sachverhalt.
Sachverhalt: [Sachverhalt, anonymisiert, 4 bis 6 Sätze]
Format: Nummerierte Liste. Je Norm: § mit Gesetz, Wortlaut-Kern (max. 2 Zeilen), Relevanz.
Quellen: nur deutsches Bundesrecht. Bei Unsicherheit ausdrücklich markieren.

P2: Rechtsprechungsrecherche

Rolle: Volljurist mit Erfahrung in Rechtsprechungsanalyse.
Aufgabe: Nenne die leitende BGH- und OLG-Rechtsprechung zur Frage [konkrete Rechtsfrage].
Format: Tabelle mit Spalten: Gericht, Datum, Aktenzeichen, Leitsatz (1 Satz), Relevanz.
Quellen: nur publizierte Entscheidungen, maximal 5 Treffer, sortiert nach Aktualität.

P3: Meinungsstreit in der Literatur

Rolle: Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Kommentar-Team.
Aufgabe: Stelle den Meinungsstreit zu [Rechtsfrage] strukturiert dar.
Format: h. M. (mit zentralen Vertretern und Argumenten) vs. a. A. (mit zentralen Vertretern und Argumenten), abschließend kurze Begründung, welche Position überwiegt.

P4: Historischer Normverlauf

Rolle: Juristischer Historiker.
Aufgabe: Zeige die Entwicklung von § [Norm] seit 2000: Gesetzesänderungen, Gesetzgebungsmotive, einschlägige Reformen.
Format: Chronologische Liste mit Datum, Änderungsgesetz und Kerninhalt.

P5: Vergleich zweier Normen

Rolle: Volljurist.
Aufgabe: Vergleiche § [Norm A] und § [Norm B]. Stelle Gemeinsamkeiten, Unterschiede und typische Abgrenzungsfälle dar.
Format: Dreispaltige Tabelle, abschließender Kurzkommentar zur Abgrenzungslogik in der Praxis.

P6: Fallvergleich anhand publizierter Entscheidungen

Rolle: Prozessanwalt.
Aufgabe: Finde drei publizierte Entscheidungen, deren Sachverhalt mit [Sachverhalt, anonymisiert] vergleichbar ist.
Format: Gericht, Aktenzeichen, Sachverhalt-Kern, Entscheidungsgrund. Zeige, was für und was gegen eine Übertragbarkeit spricht.

P7: Check der einschlägigen Anspruchsgrundlagen

Rolle: Fachanwalt für [Rechtsgebiet].
Aufgabe: Liste alle denkbaren Anspruchsgrundlagen aus dem [Gesetz] für folgenden Sachverhalt auf und bewerte jede Erfolgsaussicht kurz.
Sachverhalt: [anonymisiert]
Format: Nummerierte Liste. Je Anspruch: § mit Gesetz, Voraussetzungen in Stichworten, Erfolgsaussicht (hoch/mittel/niedrig/fraglich).

P8: Subsumtions-Skizze

Rolle: Volljurist im Gutachtenstil.
Aufgabe: Erstelle eine Subsumtions-Skizze für § [Norm] und folgenden Sachverhalt: [anonymisiert].
Format: Tatbestandsmerkmal, Definition, Subsumtion (Sachverhaltsbezug), Ergebnis je Merkmal. Abschließend Gesamtergebnis.

Prompts für Gutachten und Gutachtenstil (P9 bis P14)

Die methodische Stärke des deutschen Rechts ist der Gutachtenstil. Gute Prompts halten das Modell konsequent in dieser Struktur. Die vertiefte Einordnung finden Sie auch in Gutachten im Gutachtenstil mit KI erstellen.

P9: Vollständiger Obersatz

Aufgabe: Formuliere den Obersatz für die Prüfung eines Anspruchs aus § [Norm] zugunsten von A gegen B.
Format: Ein einzelner Satz nach dem Schema: "A könnte gegen B einen Anspruch auf [Rechtsfolge] aus § [Norm] haben".

P10: Definition mit h. M. und a. A.

Rolle: Kommentar-Autor.
Aufgabe: Definiere das Tatbestandsmerkmal [Merkmal] nach h. M. Wenn es vertretbare a. A. gibt, nenne sie kurz.
Format: 2 Absätze. Erster Absatz: h. M. mit Hauptargument. Zweiter Absatz: a. A. nur falls relevant.

P11: Subsumtion mit Sachverhaltsbezug

Aufgabe: Subsumiere folgenden Sachverhalt unter das Tatbestandsmerkmal [Merkmal] aus § [Norm].
Sachverhalt: [anonymisiert]
Format: Zwei Absätze. Erster Absatz: Sachverhaltselement unter die Definition ziehen. Zweiter Absatz: Ergebnis mit Begründung.

P12: Ergebnis-Absatz mit Rechtsfolge

Aufgabe: Formuliere den Ergebnisabsatz für die Prüfung eines Anspruchs aus § [Norm].
Voraussetzungen (bereits geprüft): [Liste Voraussetzung + Ergebnis]
Format: Ein Abschnitt, der Gesamtergebnis und Rechtsfolge aus § [Norm] sauber benennt.

P13: Kurzgutachten auf einer Seite

Rolle: Volljurist mit Erfahrung in Kanzleigutachten.
Aufgabe: Erstelle ein Kurzgutachten zu [Rechtsfrage] mit maximal 400 Wörtern.
Format: Obersatz, Definition(en), Subsumtion, Ergebnis. Am Ende eine Stichwortzeile mit den relevanten §§.

P14: Umschaltung Urteilsstil zu Gutachtenstil

Aufgabe: Der folgende Text ist im Urteilsstil verfasst. Formuliere ihn in den Gutachtenstil um, mit Obersatz, Definition, Subsumtion und Ergebnis.
Text: [Urteilstext]
Format: vollständig umgeschriebener Text, methodisch sauber im Gutachtenstil.

Prompts für Schriftsätze und Verfahren (P15 bis P20)

Schriftsätze sind die Arbeitsmuskulatur der Kanzlei. Prompt-Templates in diesem Bereich entlasten besonders deutlich.

P15: Klageentwurf-Gerüst

Rolle: Prozessanwalt.
Aufgabe: Erstelle das Gerüst einer Klageschrift für einen Anspruch aus § [Norm].
Format: Rubrum-Platzhalter, Antrag, Sachverhalt (Gliederung), rechtliche Würdigung, Beweisanträge (Platzhalter), Kosten- und Zinsantrag.

P16: Klageerwiderung-Gerüst

Rolle: Prozessanwalt auf Beklagtenseite.
Aufgabe: Erstelle das Gerüst einer Klageerwiderung gegen eine Klage aus § [Norm].
Format: Anträge, Einlassung zum Sachverhalt, rechtliche Würdigung, Einwendungen/Einreden, Beweisanträge, Kostenantrag.

P17: Beweisanträge formulieren

Aufgabe: Formuliere Beweisanträge zu folgendem Tatsachenvortrag, mit denen ich die Anspruchsvoraussetzungen aus § [Norm] nachweisen will.
Vortrag: [Sachverhalt]
Format: Nummerierte Liste. Je Antrag: Beweisthema, Beweismittel, Antragsformulierung.

P18: Berufungsbegründung skizzieren

Rolle: Prozessanwalt.
Aufgabe: Skizziere eine Berufungsbegründung gegen ein Urteil, das einen Anspruch aus § [Norm] verneint hat.
Format: Gliederung: Zulässigkeit, Angriffspunkte im Urteil (Tatsachen, Rechtsanwendung, Verfahrensfehler), Anträge.

P19: Einstweiliger Rechtsschutz

Rolle: Prozessanwalt.
Aufgabe: Erstelle ein Gerüst für einen Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung bei [Rechtsschutzziel].
Format: Verfügungsanspruch, Verfügungsgrund, Glaubhaftmachungsmittel, Antrag, Eilbedürftigkeit.

P20: Schutzschrift

Rolle: Prozessanwalt.
Aufgabe: Erstelle das Gerüst einer Schutzschrift zur Abwehr einer drohenden einstweiligen Verfügung in [Rechtsgebiet].
Format: Anträge, Sachverhalt, Gegenargumente zum Verfügungsanspruch, Gegenargumente zum Verfügungsgrund, Glaubhaftmachungsmittel.

Prompts für Vertragsprüfung und Vertragsgestaltung (P21 bis P26)

Auch im Vertragsbereich gilt: Gute Struktur spart Nachbearbeitungszeit. Schlechte Struktur erzeugt nur neue Redlining-Schleifen.

P21: AGB-Check

Rolle: Fachanwalt für AGB-Recht.
Aufgabe: Prüfe folgende AGB-Klausel nach §§ 305 ff. BGB.
Klausel: [Text]
Kontext: B2B oder B2C? [markieren]
Format: Tabelle mit Spalten: Problemgruppe, betroffene Klausel, Wirksamkeitsprüfung, Empfehlung.

P22: Vertragliche Risikobewertung

Rolle: Vertragsanwalt.
Aufgabe: Analysiere folgenden Vertrag auf Risiken für die Mandantin in der Rolle [Rolle].
Vertragstext: [Text, Mandatsbezug entfernt]
Format: Risiko-Liste nach Relevanz: Ziffer, Risiko, rechtliche Grundlage, Verhandlungsempfehlung.

P23: Vergleich zweier Vertragsversionen

Aufgabe: Vergleiche Version A und Version B des folgenden Vertrags auf rechtliche Unterschiede.
Version A: [Text]
Version B: [Text]
Format: Tabelle: Ziffer, Unterschied, rechtliche Bedeutung, Wirkung auf die Mandantin.

P24: Red Lines formulieren

Rolle: Vertragsanwalt.
Aufgabe: Formuliere Red-Lines (Mindestanforderungen) für folgenden Vertragstyp zugunsten von [Partei].
Vertragstyp: [z. B. SaaS-Vertrag, Vertriebsvertrag, M&A-Kaufvertrag]
Format: Nummerierte Liste. Je Red-Line: Ziffer/Thema, Anforderung, Begründung.

P25: Präzedenz-Klauseln generieren

Rolle: Vertragsanwalt.
Aufgabe: Formuliere drei marktübliche Klauselvarianten zu [Klauselthema].
Format: Variante 1 (käuferfreundlich), Variante 2 (neutral), Variante 3 (verkäuferfreundlich). Je Variante: Klauseltext, Kommentar in 1 Satz.

P26: Termination prüfen

Rolle: Vertragsanwalt.
Aufgabe: Prüfe die Kündigungsmöglichkeiten im folgenden Vertrag aus Sicht von [Partei].
Vertragstext: [Text, anonymisiert]
Format: Ordentliche Kündigung, außerordentliche Kündigung, Beendigung sonst (Rücktritt, Anfechtung).

Prompts für Mandantenkommunikation (P27 bis P31)

Mandantenkommunikation profitiert besonders von guter Formatsteuerung, weil juristische Präzision und verständliche Sprache hier gleichzeitig gebraucht werden.

P27: Erstgespräch vorbereiten

Rolle: Fachanwalt für [Rechtsgebiet].
Aufgabe: Formuliere die 10 wichtigsten Fragen, die ich in einem Erstgespräch zu [Rechtsfrage] klären sollte.
Format: Nummerierte Liste. Je Frage: Frage, Zweck, typische Antwortmuster.

P28: Mandantenbrief in verständlicher Sprache

Aufgabe: Formuliere einen Mandantenbrief, der folgende Rechtslage in verständlicher Sprache erklärt: [Rechtslage].
Ziel: Der Mandant versteht die Kernfrage und die nächsten Schritte.
Format: Einleitung, Kernlage in 3 Absätzen, konkrete nächste Schritte, Hinweis auf persönliches Gespräch.

P29: Komplexe Rechtslage in drei Stufen erklären

Rolle: Fachanwalt, der einem Laien erklärt.
Aufgabe: Erkläre [komplexe Rechtslage] in drei Verständlichkeitsstufen.
Format: Stufe 1 (ein Satz), Stufe 2 (drei Sätze), Stufe 3 (fünf bis sieben Sätze, mit Beispiel).

P30: Ersteinschätzung mit Ampel

Rolle: Fachanwalt mit Fokus auf Risikoeinschätzung.
Aufgabe: Gib eine Grün-Gelb-Rot-Einschätzung für den Sachverhalt: [anonymisiert].
Format: Erfolgsaussicht, Aufwand, Dringlichkeit. Begründung je Ampel in 2 Sätzen.

P31: Honorarabrede entwerfen

Rolle: Wirtschaftsberater Anwalt.
Aufgabe: Entwerfe drei Honorarmodelle für [Mandatsart].
Format: Stundenhonorar, Pauschale, erfolgsabhängig (soweit zulässig). Je Modell: Höhe, Abrechnungslogik, Vor- und Nachteil, rechtliche Zulässigkeit.

Prompts für Kanzlei-Operations, Marketing und Ausbildung (P32 bis P40)

Diese Gruppe ist oft der schnellste Einstieg in produktive KI-Nutzung, weil sie wenig sensible Daten braucht und sofort wiederkehrende Arbeit standardisiert.

P32: FAQ-Seite für die Kanzleiwebsite

Rolle: Kanzleimarketing.
Aufgabe: Formuliere 10 FAQ-Fragen mit Antworten zum Rechtsgebiet [Gebiet] für die Website der Kanzlei.
Format: Q + A. Je Antwort max. 4 Sätze, laienverständlich, mit Call-to-Action zur Erstberatung.

P33: LinkedIn-Post zu aktueller Rechtsentwicklung

Rolle: Fachanwalt mit Social-Media-Präsenz.
Aufgabe: Verfasse einen LinkedIn-Post (150 bis 200 Wörter) zu [aktueller Rechtsentwicklung].
Format: Hook, Einordnung, konkrete Konsequenz für Leser, CTA.

P34: Blog-Gliederung zu einer Rechtsfrage

Aufgabe: Erstelle eine Blog-Gliederung zur Frage [Rechtsfrage].
Format: H1, 5 bis 7 H2, je H2 zwei bis drei H3. Je H2 ein Kernsatz als Teaser. Zielumfang 1.500 bis 2.000 Wörter.

P35: Onboarding-Checkliste

Rolle: Kanzleiführung.
Aufgabe: Formuliere eine Onboarding-Checkliste für eine neue Kollegin im ersten Monat in einer [Rechtsgebiet]-Kanzlei.
Format: Woche 1 bis Woche 4 mit konkreten Lernzielen, Ansprechpersonen, Dokumenten.

P36: Aktenvortrag für Referendar*innen

Rolle: Ausbildender Anwalt im Referendariat.
Aufgabe: Erstelle einen Aktenvortrag zu folgendem Fall: [Sachverhalt, anonymisiert].
Format: Aufgabenstellung, Gliederung, Kurzgutachten (Obersatz, Definition, Subsumtion, Ergebnis), Lösungsvorschlag.

P37: Klausuraufgabe mit Lösungsskizze

Rolle: Lehrbeauftragter.
Aufgabe: Entwerfe eine Klausuraufgabe im Rechtsgebiet [Gebiet] mit Lösungsskizze.
Format: Sachverhalt (300 bis 400 Wörter), Aufgabenstellung, Lösungsskizze im Gutachtenstil, Bewertungshinweise.

P38: Prüfungsschemata als Anspruchsgrundlagen-Karte

Rolle: Wiederholungskurs-Leiter.
Aufgabe: Erstelle eine Anspruchsgrundlagen-Karte für [Rechtsgebiet].
Format: Anspruchsgrundlage, Voraussetzungen in Stichworten, typische Klausurprobleme, Abgrenzung zu anderen Anspruchsgrundlagen.

P39: Honoraranalyse über einen Monat

Rolle: Kanzleimanagement.
Aufgabe: Analysiere folgende Monats-Rohdaten auf Honorar-Effizienz.
Daten: [anonymisierte Zusammenfassung, keine Mandatsnamen]
Format: Umsatz pro Mitarbeiter, Umsatz pro Mandat, Top-5 Zeitfresser, 3 Empfehlungen zur Effizienzsteigerung.

P40: Prompt-Optimierung als Meta-Prompt

Aufgabe: Prüfe das folgende juristische Prompt auf Qualität und schlage eine verbesserte Fassung vor.
Prompt: [Eigenes Prompt]
Format: Liste mit konkreten Schwächen (Rolle, Kontext, Aufgabe, Format, Quellen). Danach verbesserte Fassung des Prompts.

Niemals in ein KI-Tool schreiben dürfen

Jede Prompt-Sammlung endet an der Grenze des Berufsrechts. Diese Liste ist nicht optional. Der BRAK-Leitfaden zum KI-Einsatz macht ebenso wie die DSGVO klar, dass Kanzleien hier keine Experimentierzone haben.

  • Klarnamen und Aktenzeichen in allgemeinen LLMs ohne AVV.

  • Gesundheitsdaten, religiöse Überzeugungen, ethnische Herkunft und andere besondere Kategorien nach Art. 9 DSGVO in Tools ohne expliziten Prüf- und Freigaberahmen.

  • Strafverfahrensdaten, Zeugenaussagen und andere hochsensible Verfahrensdetails in Tools ohne passenden AVV- und Governance-Rahmen.

  • Komplette Schriftsätze mit nicht bereinigtem Mandatsbezug, auch wenn Sie angeblich "nur die Sprache glätten" wollen.

  • Interne Personalinformationen der Kanzlei, etwa Gehaltsdaten oder Personalbeurteilungen.

Der Unterschied zwischen einem allgemeinen Sprachmodell und einer spezialisierten Legal AI mit AVV, EU-Hosting und RAG ist an genau dieser Stelle berufsrechtlich relevant. Die Einordnung dazu fasst unser Beitrag zu DSGVO-konformer KI für Anwälte zusammen. Der praktische Vergleich zwischen allgemeinem Chatbot und spezialisierten Kanzlei-Workflows steht in ChatGPT in der Kanzlei.

Die Goldregel: Prompt plus spezialisierte Legal AI

Gute Prompts brauchen passende Werkzeuge. Wer einen Gutachtenstil-Prompt auf einem allgemeinen LLM einsetzt, bekommt oft flüssige Sprache, aber unzuverlässige Paragraphen. Wer denselben Prompt auf einer RAG-gestützten Legal AI einsetzt, bekommt flüssige Sprache und verifizierte Quellenanker. Der Leitsatz ist einfach: Allgemein-LLM für Sprache, spezialisierte Legal AI für Recht.

In einer 12-Personen-Kanzlei in Bremen wurde diese Regel Anfang 2026 formal in die interne Prompt-Library aufgenommen. Jede Prompt-Vorlage trägt seitdem ein Label wie "Allgemein-LLM geeignet" oder "nur Legal AI mit AVV". Die Diskussion "Darf ich das in ChatGPT kopieren?" wurde dadurch nicht technisch, sondern organisatorisch gelöst.

Wenn Sie die Produktseite dazu direkt sehen möchten, finden Sie die relevante technische Basis unter Funktionen und die passenden Tarife unter Preise.

Fazit: Ihre Prompt-Strategie in drei Schritten

  • Erstens: Speichern Sie die 40 Prompts in einer internen Vorlagen-Datei, versioniert und referenzierbar.

  • Zweitens: Ordnen Sie jedem Prompt sein Zielsystem zu: Allgemein-LLM oder spezialisierte Legal AI mit AVV.

  • Drittens: Verankern Sie die Prompt-Library in Ihrer schriftlichen KI-Richtlinie und Schulungslogik. Art. 4 KI-VO verlangt seit dem 2. Februar 2025 ausreichende KI-Kompetenz. Eine kommentierte Prompt-Sammlung ist dafür ein belastbarer Nachweis.

Warum diese Trennung auch haftungsrechtlich relevant ist, zeigt unser Beitrag zu KI-Anwaltshaftung und Halluzinationen.

Lulius ist für genau dieses Prompting optimiert: RAG auf 150+ Bundesgesetzen, Gutachtenstil-Output, DOCX- und PDF-Export mit Quellenverweisen, EU-Hosting und AVV. Starten Sie mit dem Solo-Plan oder direkt mit dem Kanzlei-Plan und setzen Sie die Prompts in einer praxistauglichen Umgebung ein.

Dieser Beitrag ist Rechtsinformation und ersetzt keine individuelle Rechtsberatung. Die Prompts enthalten Platzhalter und sind grundsätzlich anonymisiert zu befüllen. Bei mandatsbezogenen Inhalten beachten Sie die Vorgaben aus BRAK-Leitfaden, § 43a und § 43e BRAO sowie der DSGVO.