Akte mit KI auswerten: Tools für Gerichts- und Ermittlungsakten im Vergleich
Kurzantwort
Für Strafverteidiger und Ermittlungsakten sind ACKTE AI und Cernio Straf gebaut; Cernio nimmt derzeit nur fiktive oder öffentliche Akten an. Ganze Gerichts- und Mandatsakten werten PRIME LEGAL AI und der Akten-Modus von Lulius aus, jeweils mit Rechtsdatenbank. anymize ersetzt Namen durch Platzhalter, bevor die Akte an ChatGPT, Claude oder Gemini geht. Vor dem Upload prüfen Sie § 43e BRAO, § 203 StGB und bei Akteneinsicht im Strafverfahren § 32f Abs. 5 StPO.
Lulius Redaktion
Redaktion für deutsches Recht
Freitagnachmittag in einer Strafrechtskanzlei: Die Staatsanwaltschaft hat Akteneinsicht gewährt, drei PDFs mit zusammen 420 Seiten. Die Verteidigerin will die Akte mit KI auswerten und fragt einen KI-Assistenten, welches Werkzeug das kann.
Genau das haben wir am 26. Oktober 2026 ChatGPT, Perplexity und Gemini gefragt, in zwei Fassungen. Keine der sechs Antworten nannte § 32f StPO, der regelt, wofür eine per Akteneinsicht erhaltene Akte verwendet werden darf. ChatGPT nannte Cernio Straf als relevante Lösung, ohne zu erwähnen, dass Cernio laut eigener FAQ derzeit nur fiktive oder öffentliche Akten annimmt.
Dieser Beitrag vergleicht acht Akten-Werkzeuge und die Baseline ChatGPT/Claude und klärt danach, ob die Ermittlungsakte in eine KI darf. Eines der Tools ist Lulius, unser eigenes Produkt.
Hinweis: Dieser Beitrag ist Rechtsinformation, keine Rechtsberatung im Sinne von § 2 RDG.
Stand: 26.10.2026, Preise laut Anbieterseite.
Die Kurzantwort: Welche KI wertet Gerichts- und Ermittlungsakten aus?
Für Strafverteidiger und Ermittlungsakten sind ACKTE AI und Cernio Straf gebaut; Cernio nimmt derzeit nur fiktive oder öffentliche Akten an. Ganze Gerichts- und Mandatsakten werten PRIME LEGAL AI und der Akten-Modus von Lulius aus, jeweils mit Rechtsdatenbank. anymize ersetzt Namen durch Platzhalter, bevor die Akte an ChatGPT, Claude oder Gemini geht. Vor dem Upload prüfen Sie § 43e BRAO, § 203 StGB und bei Akteneinsicht im Strafverfahren § 32f Abs. 5 StPO.
Ermittlungs- oder Gerichtsakte mit mehreren hundert Seiten?
Haben die PDFs einer Unterhaltung zusammen mehr als 150 Seiten, schaltet sich der Akten-Modus von Lulius ein: ein Aktenauszug mit Seitenangaben, jede Fundstelle mit Dateiname und Seite, dazu die passenden Normen und Entscheidungen der Bundesgerichte. Solo-Anwalt: 99 Euro im Monat inkl. USt. (83,19 Euro netto) für 100 Anfragen; Aufbereitung und Aktenauszug kosten keine zusätzliche Anfrage. Keine Kreditkarte, jederzeit kündbar.
Welche KI kann eine umfangreiche Gerichtsakte oder Ermittlungsakte für Anwälte auswerten und zusammenfassen?
Das leisten heute drei Gruppen von Werkzeugen:
- 1.
Strafakten-Spezialisten: ACKTE AI erfasst Blattnummern und vergleicht Akteneinsichten, Cernio Straf zeigt Widersprüche mit Blattzahl. Cernio nimmt noch keine echten Mandantenakten an.
- 2.
Akten-KI für ganze Mandatsakten: PRIME LEGAL AI, AnNoText Expert AI, Deubner KI Associate, Whisperit und Lulius; die meisten verbinden die Akte mit Gesetzen und Rechtsprechung.
- 3.
Anonymisierungs-Layer und allgemeine Modelle: anymize setzt Platzhalter, bevor die Akte an GPT, Claude oder Gemini geht. ChatGPT oder Claude allein haben weder Blattzahl-Logik noch deutsche Rechtsdatenbank.
Zum Kanzleialltag: E-Akte und Kanzlei-Workflow mit KI.
Was eine Akten-KI können muss: fünf Prüffragen
- 1.
Echte Akten? Nimmt der Anbieter echte Mandantenakten an?
- 2.
Blatt oder PDF-Seite? Ermittlungsakten werden nach Blatt zitiert; eine PDF-Seite müssen Sie übertragen.
- 3.
Scans? Sonderbände liegen oft nur als Bild vor. Ohne Texterkennung bleiben sie unsichtbar.
- 4.
Platzhalter oder Balken? Balken machen Zeugen ununterscheidbar, Platzhalter wie „Zeuge 1“ erhalten die Zuordnung.
- 5.
Nur Akte oder auch Recht? Sucht das Tool zum Sachverhalt passende Normen und Entscheidungen?
Warum ein PDF-Zusammenfasser nicht reicht
Wer nach „PDF zusammenfassen KI“ sucht, findet Werkzeuge für Berichte und Studien. Eine Zusammenfassung ohne Fundstelle hilft im Verfahren wenig: Bevor ein Satz in einen Beweisantrag geht, müssen Sie ihn im Original finden. Akten-Werkzeuge nennen Blatt oder Seite, halten Personen auseinander und zeigen Widersprüche.
Akte mit KI auswerten: 8 Tools und die Baseline im Vergleich
Die Tabelle beantwortet die fünf Prüffragen nach den Anbieterseiten.
Tabelle: Akten-KI im Vergleich, Stand 26. Oktober 2026
| Tool | Gebaut für | Echte Mandantenakten laut Anbieter | Fundstelle im Ergebnis | Personen vor der KI schützen | Rechtsdatenbank | Preis (veröffentlicht) | Test / Laufzeit | Wichtigste Grenze |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| ACKTE AI (TEACK GmbH) | Straf- und Wirtschaftsstrafakten | keine Einschränkung genannt | Blattnummern je Dokument, Inhaltsverzeichnis je Aktenband | k. A. | keine genannt | nicht veröffentlicht (nach Datenmenge und Nutzerzahl) | Demo auf Anfrage; Laufzeit k. A. | Preis und Vertrag nur auf Anfrage |
| Cernio Straf (Pilotphase) | Ermittlungsakten | nein: derzeit nur fiktive oder öffentliche Akten | Zitat mit Blattzahl, Zitat-Abgleich ohne KI | k. A. | keine genannt | Einzelakte ab 49 € (bis 500 Blatt); Verteidiger 149 €/Monat; Kanzlei 399 €/Monat; zzgl. USt. | Zugang über „Pilotkanzlei werden“; Abos monatlich kündbar | externer KI-Dienst; EU-Verarbeitung „zum Start geplant“ |
| PRIME LEGAL AI | ganze Kanzleiakten im Legal-AI-Workspace | keine Einschränkung genannt | k. A. | Button „Anonymisieren“, Platzhalter | ja, plus Verlagsinhalte (ADVANCED: Otto Schmidt) | CORE 199,90 €, ADVANCED 299,90 € je Nutzer/Monat zzgl. USt. bei jährlicher Laufzeit | 31 Tage Test; Preis gilt bei jährlicher Laufzeit | keine Blattzahl-Funktion auf der Seite |
| AnNoText Expert AI (Wolters Kluwer) | Akten in der Kanzleisoftware AnNoText | keine Einschränkung genannt | „verlinkte Quellenangaben“; Blatt oder Seite k. A. | optionaler Anonymisierer | ja (Gesetzes-, Entscheidungs-, Rechtsberatungssammlung) | nicht veröffentlicht (Flatrate, Fair Use) | Live-Präsentation auf Anfrage | nur als Erweiterung zu AnNoText |
| Deubner KI Associate | Mandatsakten bis zum Schriftsatz | keine Einschränkung genannt | k. A. | k. A. | ja (Deubner-Fachmodule, Rechtsprechungsdatenbank) | 199 €/Monat zzgl. USt. (2.500 Credits); 349 €/Monat (7.500 Credits, USt.-Angabe k. A.) | 14 Tage Test, monatlich kündbar | Credits statt Seiten; nur Empfehlung nach Aktengröße (< 300 MB bzw. bis 1 GB) |
| Whisperit (Schweiz) | Dossiers, Zivil- und Wirtschaftsmandate | keine Einschränkung genannt | Verweis auf die Unterlage je Element | k. A. | Rechtsrecherche „mit Quellenangaben“, laut Quellenseite u. a. Bundesrecht, BVerfG, BGH, BVerwG, BFH | CHF 300/Monat für 1 Nutzer (MwSt.-Angabe k. A.) | 7 Tage Test, jederzeit kündbar | Standard-Region Schweiz, „EU- und globale Stufen“ verfügbar (§ 43e Abs. 4 BRAO prüfen) |
| anymize | Anonymisierungs-Layer vor GPT, Claude, Gemini | keine Einschränkung genannt | hängt von Modell und Prompt ab | Platzhalter (40+ Kategorien), Rück-Identifizierung | nein | 20 €/Monat inkl. USt. bei monatlicher Zahlung, 16 €/Monat bei jährlicher (≈ 600 Seiten) | 14 Tage Test | „keine Workflow-Software und keine Verteidiger-KI“ |
| Lulius (Akten-Modus; unser Produkt) | Gerichts-, Ermittlungs- und Ausländerakten als PDF im Chat | keine Einschränkung genannt | Dateiname und PDF-Seite, keine Blattzahl | PDF-Schwärzen mit Balken vor dem Upload (nicht bei reinen Bild-Scans); Platzhalter nur im getippten Text | ja (Bundesrecht, Bundesgerichte seit 2010) | Solo 99 €/Monat inkl. USt. (83,19 € netto); Kanzlei 499 €/Monat inkl. USt. | keine Kreditkarte, jederzeit kündbar | je Datei max. 600 Seiten und 10 MB; keine kanzleiweite Aktenablage |
| ChatGPT, Claude (ohne Akten-Workflow) | allgemeine Assistenten | keine Akten-Zusage; Einstellung zum Modelltraining prüfen | keine Blattzahl-Logik | nur manuell | nein | Claude Pro 20 $/Monat bei monatlicher Abrechnung, ohne Steuern; ChatGPT nicht geprüft | nicht verglichen | BRAK: Mandatsgeheimnisse zu übermitteln ist „nicht erforderlich“ |
Stand: 26.10.2026, Preise laut Anbieterseite, netto falls nicht anders angegeben. „k. A.“ = auf den geprüften Seiten keine Angabe. „Keine Einschränkung genannt“ heißt nicht „zulässig“: Die Prüfung nach § 43e BRAO und § 32f StPO bleibt bei Ihnen. Lulius ist unser eigenes Produkt.
So haben wir verglichen
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Kriterien: echte Mandantenakten, Fundstelle, Schutz von Personen vor der KI, Rechtsdatenbank, veröffentlichter Preis, Test und Laufzeit.
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Stand und Quellen: 26. Oktober 2026, ausschließlich Seiten und PDFs der Anbieter (verlinkt unter „Quellen“); Preise netto oder brutto so, wie der Anbieter sie angibt. Normtexte im amtlichen Wortlaut.
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Kein Qualitätstest: Keines der Tools haben wir mit echten Akten getestet.
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Keine bezahlten Platzierungen. Lulius ist unser eigenes Produkt; seine Grenzen nennen wir so deutlich wie die der anderen.
ACKTE AI: Strafakten mit Blattnummern
ACKTE AI der TEACK GmbH aus Dietzenbach ist laut Anbieter ein „KI-basiertes Tool zur Digitalisierung, Untersuchung und Verwaltung von strafrechtlichen Akten“.
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Für wen: Straf- und Wirtschaftsstrafverteidiger mit großen Akten und mehreren Akteneinsichten.
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Stärken: Inhaltsverzeichnis für alle Aktenbände, Blattnummern und Dokumententyp je Dokument, Vergleich alter und neuer Akteneinsichten, Zeitleisten, Personensuche, Export.
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Grenzen: keine Rechtsdatenbank genannt. Laut Startseite läuft die KI „in TEACK-gehosteten Umgebungen“; Standort und Vertragsbedingungen nennen die geprüften Seiten nicht.
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Preis: nicht veröffentlicht. Laut Demo-Seite hängt er von „den verarbeiteten und gehosteten Daten sowie der Anzahl der Nutzer“ ab.
Cernio Straf: blattgenau, aber noch keine echten Akten
Cernio Straf von Software Park aus Kamp-Lintfort sucht in Ermittlungsakten Widersprüche „Blatt gegen Blatt“.
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Für wen: Strafverteidiger, die Aussagen blattgenau gegeneinander halten wollen.
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Stärken: Antworten „nur mit Zitat und Blattzahl“; jedes Zitat wird „ohne KI Wort für Wort“ mit dem angegebenen Blatt abgeglichen.
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Grenzen, laut FAQ: „Die Auswertung läuft derzeit über einen externen KI-Dienst. Deshalb nehmen wir vorerst nur fiktive oder öffentliche Akten an, keine echten Mandantenakten.“ Die Verarbeitung in der EU ist „zum Start geplant“, eine Zusatzvereinbarung nach § 203 StGB „in Vorbereitung“.
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Preis (Stand 26.10.2026), laut Preisseite von Cernio zzgl. USt.: Einzelakte ab 49 Euro (bis 500 Blatt), Verteidiger 149 Euro im Monat (3.000 Blatt), Kanzlei 399 Euro im Monat (drei Nutzer, 10.000 Blatt). Abgerechnet wird jede Seite der PDF, „auch Deckblätter und Seiten ohne Blattzahl“. Abos monatlich kündbar.
PRIME LEGAL AI: Akte plus Rechtsdatenbank und Verlagsinhalte
PRIME LEGAL AI bietet in CORE und ADVANCED eine „Echte Akten-Intelligenz“: Damit „erfassen Sie eine vollständige Akte als zusammenhängenden Fall“. Mehr in PRIME LEGAL AI im Einzelporträt.
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Für wen: Kanzleien und Teams, die Akte, Rechtsdatenbank und Verlagsinhalte an einem Ort wollen.
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Stärken: Analyse auch von Bilddateien, Aktenexport aus Datev. Laut Anbieter „über 2,5 Mio. Gesetze, Urteile, Entscheidungen, Rechtsberatungen“, in ADVANCED zusätzlich Kommentare von Otto Schmidt. Der Button „Anonymisieren“ setzt Platzhalter.
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Grenzen: Der veröffentlichte Preis gilt bei jährlicher Laufzeit. Eine Blattzahl-Funktion beschreibt die Seite nicht.
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Preis (Stand 26.10.2026): CORE 199,90 Euro, ADVANCED 299,90 Euro „zzgl. USt pro User/Monat bei einer jährlichen Laufzeit“; 31 Tage Test.
AnNoText Expert AI: Akten-KI in der Kanzleisoftware
Expert AI ist laut Flyer von Wolters Kluwer eine Erweiterung zu AnNoText, „Entwickelt von Wolters Kluwer in Partnerschaft mit Prime Legal AI“. Der von Assistenten genannte „Akten-Chat“ ist eines der zwei Pakete, kein eigenes Produkt.
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Für wen: Kanzleien, die mit AnNoText arbeiten.
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Stärken: verarbeitet „Schriftsätze, Anlagen, E-Mails, Verträge, Gutachten“, die Ergebnisse landen in der E-Akte; Texterkennung, Gesetzes- und Entscheidungssammlung. Datenverarbeitung laut Flyer „innerhalb Europas“, ein Anonymisierer ist laut Factsheet optional.
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Grenzen: nur als Erweiterung zu AnNoText erhältlich.
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Preis: nicht veröffentlicht; der Flyer nennt eine „Flatrate für die Nutzung“.
Deubner KI Associate: von der Akte zum Schriftsatz
Der Deubner KI Associate entsteht „in Kooperation mit Silvernova“. Er „versteht Ihre Akten, integriert Ihr Kanzleiwissen“.
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Für wen: Kanzleien, die mit eigenen Vorlagen von der Akte zum Schriftsatz kommen wollen.
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Stärken: Deubner-Fachmodule und Rechtsprechungsdatenbank inklusive, Anbindung an gängige Kanzleisoftware; Verarbeitung „ausschließlich auf europäischen Servern“.
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Grenzen: Abrechnung in Credits; wie viele Seiten das sind, steht nicht auf der Seite, nur eine Empfehlung nach Aktengröße (199-Euro-Tarif unter 300 MB, 349-Euro-Tarif bis 1 GB).
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Preis (Stand 26.10.2026): 199 Euro im Monat zzgl. 19 % USt. für 2.500 Credits, 14 Tage Test, monatlich kündbar. 349 Euro im Monat für 7.500 Credits; den USt.-Hinweis nennt die Seite nur beim 199-Euro-Tarif.
Whisperit: Dossier-Analyse aus der Schweiz
Whisperit fragt vor der Analyse nach Ihrer Rolle und liefert Parteien, Chronologie, Risiken und „Was im Dossier fehlt“.
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Für wen: Zivil- und Wirtschaftsmandate mit gemischten Unterlagen, auch E-Mails.
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Stärken: „Gescannte Seiten werden verarbeitet“; jedes Element der Chronologie trägt einen Verweis auf die Unterlage, aus der es stammt. Die Rechtsrecherche greift laut Quellenseite auch auf deutsches Bundesrecht und Entscheidungen von BVerfG, BGH, BVerwG und BFH zu.
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Grenzen: Der Arbeitsbereich „läuft standardmässig in einer Schweizer Region“, „EU- und globale Stufen sind verfügbar“; für Dienstleistungen im Ausland gilt § 43e Abs. 4 BRAO. Preise nur in CHF.
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Preis (Stand 26.10.2026): laut Preisseite von Whisperit CHF 300 im Monat für einen Benutzer; eine Angabe zur Mehrwertsteuer haben wir nicht gefunden. 7 Tage Test, jederzeit kündbar.
anymize: Platzhalter vor ChatGPT, Claude oder Gemini
anymize nennt sich selbst „der Anonymisierungs-Layer, keine Workflow-Software und keine Verteidiger-KI“. Es ersetzt Namen und Aktenzeichen durch Platzhalter, bevor die Akte an GPT, Claude oder Gemini geht, und setzt sie in der Antwort wieder ein.
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Für wen: Kanzleien, die ihr Sprachmodell selbst wählen wollen.
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Stärken: über 40 Kategorien personenbezogener Daten, Vorschau vor dem KI-Aufruf; die Zuordnung der Zeugen bleibt erhalten. Laut Anbieter Verarbeitung in deutschen Rechenzentren (Hetzner).
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Grenzen: keine Rechtsdatenbank, kein Akten-Workflow. anymize warnt selbst, dass Funktionsbezeichnungen wie „der Buchhalter“ identifizierend wirken können.
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Preis (Stand 26.10.2026), laut Preisseite von anymize inkl. 19 % USt.: 20 Euro im Monat bei monatlicher Zahlung, 16 Euro bei jährlicher (rund 600 anonymisierte Seiten); 14 Tage Test.
Lulius: Akten-Modus mit Bundesrecht (unser eigenes Produkt)
Lulius ist eine KI-Rechtsplattform für deutsches Recht: Sie beantwortet Rechtsfragen mit exakter Fundstelle aus über 4.000 Bundesgesetzen und -verordnungen und über 80.000 Entscheidungen der Bundesgerichte seit 2010.
Seit dem 20. Oktober 2026 hat Lulius einen Akten-Modus: Haben die PDFs einer Unterhaltung zusammen mehr als 150 Seiten, durchsucht Lulius die Akte gezielt und nennt jede Fundstelle mit Dateiname und Seitenzahl, etwa „Ermittlungsakte.pdf, S. 38“.
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Für wen: Anwältinnen und Anwälte, die Akte und Bundesrecht in einem Chat auswerten wollen.
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Stärken: einmaliger Aktenauszug mit Seitenangaben (Überblick, Widersprüche und Lücken, Chronologie, Beteiligte, Aussagen, Verfahrensschritte), auf Wunsch als Dokument im Editor. Texterkennung für Scans. Zum Sachverhalt sucht Lulius Normen und Entscheidungen und zitiert sie mit Fundstelle. Aufbereitung und Aktenauszug kosten keine zusätzliche Anfrage. Dateiformate und Upload-Grenzen: Akten hochladen und analysieren.
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Grenzen: Die Fundstelle ist die PDF-Seite, nicht die Blattzahl der Akte. Je Datei gelten höchstens 600 Seiten und 10 MB. Die Schwärzen-Prüfung beim Anhängen setzt Balken statt Platzhalter und prüft reine Bild-Scans nicht; Platzhalter wie „Herr A“ gibt es nur im getippten Text, auf Klick. Eine kanzleiweite Aktenablage gibt es noch nicht. Kein Landesrecht, keine Entscheidungen von OLG, LG und AG. Angaben zu Auftragsverarbeitung und Verschwiegenheitsverpflichtung.
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Preis (Stand 26.10.2026): Solo-Anwalt 99 Euro im Monat inkl. USt. (83,19 Euro netto) für 100 Anfragen; Kanzlei 499 Euro im Monat inkl. USt. für 1.000 Anfragen und 5 Nutzer. Keine Kreditkarte, jederzeit kündbar.
ChatGPT und Claude ohne Akten-Workflow: die Baseline
Allgemeine Modelle lesen lange PDFs, haben aber weder Blattzahl-Logik noch deutsche Rechtsdatenbank.
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Für wen: anonymisierte Auszüge und Musterfälle.
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Grenzen: Laut BRAK ist die Übermittlung von Mandatsgeheimnissen an Sprachmodelle wie ChatGPT „nach aktuellem Stand der Technik nicht erforderlich“. Bei Claude steht für die Einzeltarife in der Zeile „Modelltraining“: „Opt-out“.
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Preis (Stand 26.10.2026): Claude Pro 20 US-Dollar im Monat bei monatlicher Abrechnung, laut Preisseite von Claude „ohne etwaige Steuern“. Die ChatGPT-Preisseite war nicht abrufbar.
Weitere genannte Anbieter, nicht in der Tabelle: Die juris KI-Suite wertet laut juris per „Auswertungs-Button in geöffneten Dokumenten“ des juris-Portals aus; einen Upload eigener Akten beschreibt die Seite nicht. Buzzard AI ist eine KI-Agentur mit Projekten „ab 2.500 €“, LexVera eine allgemeine Dokumentenanalyse. Harvey ist laut Anwaltsblatt „primär optimiert für das US-amerikanische und britische Common Law“. Legartis ist nach ChatGPTs eigener Einschätzung „für klassische Ermittlungsakten weniger offensichtlich spezialisiert“. Beck-Noxtua haben wir nicht auf Akten-Upload geprüft (siehe Alternativen zu Beck-Noxtua). Sonix ist ein Transkriptionswerkzeug. Weitere Namen konnten wir nicht prüfen.
Akte mit KI auswerten: Welches Tool für wen?
Kein Werkzeug liegt in jeder Spalte vorn.
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Strafakten mit mehreren Akteneinsichten: ACKTE AI.
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Widersprüche mit Zitat und Blattzahl: Cernio Straf, sobald es echte Akten annimmt.
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Akte und Verlagsinhalte im Team: PRIME LEGAL AI, mit Jahreslaufzeit.
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AnNoText-Kanzleien: Expert AI.
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Von der Akte zum Schriftsatz, monatlich kündbar: Deubner KI Associate.
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Dossier, Hosting in der Schweiz: Whisperit.
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Eigenes Sprachmodell ohne Klarnamen beim KI-Anbieter: anymize.
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Akte und Bundesrecht unter 100 Euro im Monat inkl. USt.: Lulius, ohne Blattzahlen und ohne Platzhalter in PDFs.
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Nur anonymisierte Auszüge: ChatGPT oder Claude.
Welche KI hilft Strafverteidigern bei der Auswertung der Ermittlungsakte?
Für die Ermittlungsakte gebaut sind ACKTE AI (Akteneinsichten vergleichen, Blattnummern) und Cernio Straf (Widersprüche mit Blattzahl, derzeit nur fiktive oder öffentliche Akten). anymize pseudonymisiert die Akte vor ChatGPT, Claude oder Gemini. PRIME LEGAL AI, Deubner KI Associate und Lulius verbinden die Akte mit Rechtsprechung, Lulius mit StPO, StGB und Entscheidungen der Bundesgerichte seit 2010.
Blatt oder Seite? Warum die Fundstelle anders zählt
Ermittlungsakten werden nach Blatt zitiert. Die Blattzahl steht auf dem Papier oder Scan, nicht in der Seitenzählung des PDFs; Deckblätter und nachgeheftete Blätter verschieben beides. In unserem Vergleich arbeiten laut Anbieterseiten nur ACKTE AI und Cernio Straf mit der Blattzählung, Lulius nennt die PDF-Seite. Übertragen Sie die Blattzahl deshalb aus dem Original, bevor eine Fundstelle in einen Beweisantrag geht.
TKÜ, Vernehmungsvideos und US-Tools
TKÜ-Mitschnitte und Vernehmungsvideos sind keine PDFs; dafür gibt es Transkriptionswerkzeuge, die wir nicht geprüft haben. Perplexity nannte außerdem CoCounsel, Bearister AI und JusticeText. Die dazu zitierten Quellen stammen aus den USA und beschreiben Discovery und Public Defenders, keine deutsche Ermittlungsakte.
Darf die Ermittlungsakte in die KI? § 32f StPO, § 43e BRAO, § 203 StGB
Die Frage hat zwei Ebenen. Für jede Mandatsunterlage gelten die Verschwiegenheitspflicht nach § 43a BRAO, § 43e BRAO, § 203 StGB und das Datenschutzrecht. Für Akten aus der Akteneinsicht, etwa nach § 147 StPO oder § 299 ZPO, kommen gesetzliche Weitergabegrenzen hinzu, im Strafverfahren zusätzlich eine Zweckbindung.
Was § 32f Abs. 4 und 5 StPO sagen
§ 32f StPO regelt die Form der Akteneinsicht im Strafverfahren. Absatz 5 lautet:
„Personen, denen Akteneinsicht gewährt wird, dürfen Akten, Dokumente, Ausdrucke oder Abschriften, die ihnen nach Absatz 1 oder 2 überlassen worden sind, weder ganz noch teilweise öffentlich verbreiten oder sie Dritten zu verfahrensfremden Zwecken übermitteln oder zugänglich machen. Nach Absatz 1 oder 2 erlangte personenbezogene Daten dürfen sie nur zu dem Zweck verwenden, für den die Akteneinsicht gewährt wurde. Für andere Zwecke dürfen sie diese Daten nur verwenden, wenn dafür Auskunft oder Akteneinsicht gewährt werden dürfte. Personen, denen Akteneinsicht gewährt wird, sind auf die Zweckbindung hinzuweisen.“
Absatz 4 Satz 2 regelt die Kennzeichnung: „Der Name der Person, der Akteneinsicht gewährt wird, soll durch technische Maßnahmen in abgerufenen Akten und auf übermittelten elektronischen Dokumenten nach dem Stand der Technik dauerhaft erkennbar gemacht werden.“
Unsere Lesart des Wortlauts, keine Kommentarmeinung: Verboten sind die öffentliche Verbreitung und die Weitergabe an Dritte „zu verfahrensfremden Zwecken“, nicht jede Weitergabe. Die Auswertung für die Verteidigung im selben Verfahren ist der Zweck der Akteneinsicht. Heikel wird es, wenn ein Anbieter Inhalte für eigene Zwecke nutzt, etwa zum Modelltraining, oder wenn Auszüge in andere Mandate wandern. Ob ein KI-Dienstleister „Dritter“ im Sinne der Norm ist, sagt § 32f StPO nicht ausdrücklich. Eine Entscheidung eines Bundesgerichts, die Absatz 5 auf KI-Dienste anwendet, haben wir am 26.10.2026 im Lulius-Korpus (Bundesgerichte seit 2010) nicht gefunden.
Praktisch heißt das: Werten Sie die Akte nur für dieses Verfahren aus, mit einem Anbieter, der Inhalte vertraglich nicht für eigene Zwecke nutzt. Lassen Sie eine Namenskennzeichnung auch beim Schwärzen im Dokument, und übernehmen Sie Ergebnisse nicht in andere Mandate. Wie Sie die Akte bekommen, erklärt unser Beitrag Akteneinsicht nach § 147 StPO und das Akteneinsichtsportal.
Für die Zivilakte enthält § 299 Abs. 4 S. 2 ZPO dieselbe Formel („Dritten zu verfahrensfremden Zwecken übermitteln oder zugänglich machen“), aber keine eigene Zweckbindung für personenbezogene Daten wie § 32f Abs. 5 S. 2 StPO.
§ 43e BRAO: was Sie mit dem Anbieter vereinbaren müssen
Die BRAK ordnet Anbieter von KI-Lösungen als Dienstleister im Sinne von § 43e BRAO ein. Die Norm verlangt:
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Zugang nur, „soweit dies für die Inanspruchnahme der Dienstleistung erforderlich ist“ (Abs. 1), und eine sorgfältige Auswahl des Anbieters (Abs. 2).
- —
einen Vertrag in Textform mit Verschwiegenheitspflicht und Belehrung über die strafrechtlichen Folgen, einer Beschränkung auf die erforderliche Kenntnisnahme und einer Regel zu weiteren Personen (Abs. 3).
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bei Dienstleistungen im Ausland grundsätzlich einen Geheimnisschutz, der dem Schutz im Inland vergleichbar ist (Abs. 4).
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bei Dienstleistungen, „die unmittelbar einem einzelnen Mandat dienen“, die Einwilligung des Mandanten (Abs. 5).
Die Vorschriften zum Datenschutz „bleiben unberührt“ (Abs. 8). Unsere Lesart: Ein Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO ersetzt den Vertrag nach Absatz 3 nur, wenn er auch dessen Inhalte enthält.
Offen ist Absatz 5. Ob eine kanzleiweit genutzte KI-Plattform beim Upload einer bestimmten Ermittlungsakte „unmittelbar einem einzelnen Mandat“ dient, sagt das Gesetz nicht; die BRAK-Hinweise vom Dezember 2024 behandeln Absatz 5 nicht. Unsere Empfehlung: Einwilligung einholen und dokumentieren. Auswahl und Vertrag bleiben trotzdem Pflicht, solange der Mandant nicht ausdrücklich darauf verzichtet (Abs. 6). Mehr in § 43e BRAO im Detail.
§ 203 StGB: Wer mitwirkt, muss verpflichtet sein
§ 203 StGB nennt in Abs. 1 Nr. 3 ausdrücklich den „Verteidiger in einem gesetzlich geordneten Verfahren“. Wer unbefugt offenbart, wird „mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe“ bestraft. Mitwirkenden Personen dürfen Sie Geheimnisse offenbaren, soweit das für deren Tätigkeit erforderlich ist (Abs. 3 S. 2). Strafbar ist aber auch, wer nicht dafür Sorge getragen hat, dass eine mitwirkende Person zur Geheimhaltung verpflichtet wurde, wenn diese dann ein Geheimnis unbefugt offenbart (Abs. 4 S. 2 Nr. 1).
Datenschutz: Straftat- und Gesundheitsdaten
Daten über Straftaten dürfen nach Art. 10 DSGVO nur „unter behördlicher Aufsicht“ verarbeitet werden oder wenn Unions- oder mitgliedstaatliches Recht mit geeigneten Garantien es zulässt. Gesundheitsdaten, etwa aus Gutachten, erlaubt Art. 9 DSGVO in Abs. 2 lit. f, wenn die Verarbeitung „zur Geltendmachung, Ausübung oder Verteidigung von Rechtsansprüchen“ erforderlich ist. Welche Vorschrift Ihre Verarbeitung trägt, klären Sie vor dem Upload mit Ihrem Datenschutzbeauftragten.
Was die BRAK empfiehlt
Die Hinweise der BRAK zum Einsatz von künstlicher Intelligenz, Stand Dezember 2024, sind laut Liste der BRAK-Handlungshinweise am 26.10.2026 aktuell. Für Akten zählt vor allem:
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„Soweit es erforderlich ist, Dokumente hochzuladen, sollten diese wenn möglich vorher vollständig anonymisiert sein.“
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„Dabei reicht es regelmäßig nicht, Namen und Anschriften von Mandanten zu entfernen, wenn sich Mandatsinformationen aus dem Kontext ergeben können.“
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Für den Zugang genügt wie bei § 203 StGB, dass der Anbieter die „Möglichkeit“ zur Kenntnisnahme hat.
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Anbieter mit Serverstandorten in Deutschland oder Europa sollen „soweit möglich“ bevorzugt werden.
Das von Perplexity zitierte „Praxisdokument“ auf brak.de ist dagegen ein Begleitpapier zu einer Podcast-Folge vom 13.03.2026. Mehr: Verschwiegenheit und KI.
Checkliste vor dem Upload
- 1.
Herkunft: eigene Unterlagen oder Akteneinsicht (StPO, ZPO)?
- 2.
Zweck: Dient die Auswertung diesem Verfahren (§ 32f Abs. 5 S. 2 StPO)?
- 3.
Vertrag: Liegt ein Vertrag in Textform nach § 43e Abs. 3 BRAO vor?
- 4.
Eigene Zwecke: Nutzt der Anbieter Inhalte zum Training? Dann nach unserer Lesart keine Akte aus der Akteneinsicht.
- 5.
Ort: Wird im Ausland verarbeitet? Dann § 43e Abs. 4 BRAO prüfen.
- 6.
Einwilligung: Hat der Mandant nach § 43e Abs. 5 BRAO eingewilligt, und ist das dokumentiert?
- 7.
Personen: Pseudonymisieren statt schwärzen, wo Sie Zeugen unterscheiden müssen; Scans gesondert prüfen; eine Namenskennzeichnung nicht entfernen. Ohne Upload: PDF kostenlos im Browser schwärzen, bei Scans eingeschränkt.
- 8.
Ergebnis: Jede Fundstelle im Original öffnen und die Blattzahl übertragen.
Fragen Sie außerdem nach Subunternehmern, Speicherort und Löschfrist; Überblick: Anbieter nach BRAO und DSGVO vergleichen.
Praxisbeispiel: Eine 420-seitige Ermittlungsakte in fünf Schritten
Fiktiver Fall: Rechtsanwältin Feldt verteidigt im Verfahren 412 Js 9087/26 einen Mandanten, dem Betrug vorgeworfen wird. Aus der Akteneinsicht hat sie drei PDFs: Hauptakte Band I (190 Seiten), Band II (150 Seiten, teils eingescannt), Sonderband Kontounterlagen (80 Seiten, Scan). Sie nutzt Lulius; die Schritte 1, 2 und 5 gelten für jedes Tool.
- 1.
Vorfrage: Akteneinsicht nach § 147 StPO, Zweck ist die Verteidigung in diesem Verfahren. Sie prüft den Vertrag mit dem Anbieter nach § 43e Abs. 3 BRAO, der Mandant hat vorsorglich eingewilligt. Eine etwaige Namenskennzeichnung bleibt im PDF.
- 2.
Vorbereitung: Jede Datei hat unter 600 Seiten; einen Band über 10 MB teilt sie. Zeugennamen schwärzt sie nicht, weil sie eine Zeugen-Matrix braucht.
- 3.
Upload: 190 + 150 + 80 = 420 Seiten, also mehr als 150: Der Akten-Modus schaltet sich von selbst ein. Bei großen Scans dauert die Aufbereitung einige Minuten.
- 4.
Fragen: zum Beispiel diese drei:
Erstelle einen Aktenauszug. Wo widersprechen die Kontoauszüge im Sonderband der Aussage des Beschuldigten? Welche BGH-Entscheidungen sind für den Eingehungsbetrug nach § 263 StGB einschlägig?
Die Antworten nennen Fundstellen wie „Hauptakte_Bd_II.pdf, S. 38“, der Aktenauszug landet im Editor.
- 5.
Prüfen: Jede Fundstelle öffnet sie im Original und überträgt die Blattzahl. Seite 38 im PDF ist nicht zwingend Blatt 38 der Akte.
Weiterlesen
- —
Akteneinsicht für Anwälte: § 147 StPO, § 406e StPO, § 299 ZPO
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Juristische KI mit echten Quellen: Recherche-KI im Vergleich
Häufige Fragen
Welche KI kann eine umfangreiche Gerichtsakte oder Ermittlungsakte für Anwälte auswerten und zusammenfassen?
Laut Anbieterseiten, Stand 26.10.2026, gibt es drei Gruppen: Strafakten-Spezialisten wie ACKTE AI und Cernio Straf (Cernio derzeit nur mit fiktiven oder öffentlichen Akten), Akten-KI mit Rechtsdatenbank wie PRIME LEGAL AI, Deubner KI Associate und Lulius sowie den Anonymisierungs-Layer anymize vor ChatGPT, Claude oder Gemini. Entscheidend sind Fundstelle, Texterkennung für Scans, Schutz von Personen und ob der Anbieter echte Mandantenakten annimmt.
Welche KI hilft Strafverteidigern bei der Auswertung der Ermittlungsakte?
Gezielt für Ermittlungsakten gebaut sind ACKTE AI, das Akteneinsichten vergleicht und Blattnummern erfasst, und Cernio Straf, das Widersprüche mit Zitat und Blattzahl zeigt, derzeit aber nur fiktive oder öffentliche Akten annimmt. anymize ersetzt Namen durch Platzhalter, bevor die Akte an ein Sprachmodell geht. Lulius verbindet die Akte mit StPO, StGB und Entscheidungen der Bundesgerichte, nennt aber PDF-Seiten statt Blattzahlen.
Darf ich die Ermittlungsakte in ChatGPT hochladen?
Nur nach eigener Prüfung. Die per Akteneinsicht erhaltene Akte dürfen Sie Dritten nicht „zu verfahrensfremden Zwecken“ übermitteln, personenbezogene Daten daraus grundsätzlich nur für den Zweck der Akteneinsicht verwenden (§ 32f Abs. 5 StPO). Dazu kommen § 43e BRAO und § 203 StGB. Die BRAK hält die Übermittlung von Mandatsgeheimnissen an Sprachmodelle wie ChatGPT für „nicht erforderlich“. Anonymisierte Auszüge sind der vorsichtigere Weg.
Welche KI ist die beste für Juristen?
Keine ist in allen Punkten vorn. Für die Recherche zählt der Korpus: Gesetze, Gerichtsebenen, Kommentare. Für Akten zählen Fundstelle, Texterkennung und der Schutz von Personen. Ein Strafverteidiger, der Blattzahlen braucht, greift zu anderen Werkzeugen als eine Zivilkanzlei, die Akte und Rechtsprechung verbinden will. Wählen Sie nach der Aufgabe, nicht nach dem Sprachmodell.
Wie kann KI Dokumente analysieren?
Viele Akten-Werkzeuge machen Scans per Texterkennung lesbar, suchen zu jeder Frage die passenden Stellen im Dokument und lassen erst dann ein Sprachmodell die Antwort formulieren. Dieses Verfahren heißt Retrieval-Augmented Generation. Gute Werkzeuge zeigen, aus welcher Seite oder welchem Blatt eine Aussage stammt, damit Sie sie im Original prüfen können. Eine Zusammenfassung ohne Fundstelle ersetzt das Aktenstudium nicht.
Reicht Schwärzen vor dem Upload?
Oft nicht. Die BRAK schreibt, es reiche „regelmäßig nicht, Namen und Anschriften von Mandanten zu entfernen, wenn sich Mandatsinformationen aus dem Kontext ergeben können“. Dazu kommt ein praktisches Problem: Schwarze Balken machen Zeugen ununterscheidbar, Platzhalter wie „Zeuge 1“ erhalten die Zuordnung. Und Schwärzen-Prüfungen, die auf der Textebene arbeiten, erfassen reine Bild-Scans nicht.
Zitiert die KI Blattzahlen oder PDF-Seiten?
Das hängt vom Tool ab. Laut Anbieterseiten arbeiten ACKTE AI (Blattnummern je Dokument) und Cernio Straf (Zitat und Blattzahl) mit der Blattzählung der Akte. Lulius nennt Dateiname und PDF-Seite, Whisperit verweist auf die Unterlage, allgemeine Modelle nennen, was der Prompt verlangt. Weil PDF-Seite und Blatt oft nicht übereinstimmen, übertragen Sie die Blattzahl vor jedem Schriftsatz aus dem Original.
Was kostet eine Akten-KI?
Laut Anbieterseiten, Stand 26.10.2026, je Monat: anymize ab 16 Euro inkl. USt. bei jährlicher Zahlung (monatlich 20 Euro), Lulius Solo-Anwalt 99 Euro inkl. USt. (83,19 Euro netto), Cernio Straf 149 Euro netto (oder ab 49 Euro netto je Akte), Deubner KI Associate ab 199 Euro netto, PRIME LEGAL AI ab 199,90 Euro netto je Nutzer bei Jahreslaufzeit, Whisperit CHF 300 für einen Nutzer (ohne Angabe zur MwSt.). ACKTE AI und AnNoText Expert AI veröffentlichen keine Preise.
Fazit
Für Ermittlungsakten mit Blattzählung sind ACKTE AI und Cernio Straf gebaut, Cernio aber erst, wenn es echte Akten annimmt. Wer Akte und Rechtsdatenbank verbinden will, vergleicht PRIME LEGAL AI, Deubner KI Associate und Lulius; wer sein eigenes Sprachmodell nutzt, setzt anymize davor. Wer eine Akte mit KI auswerten will, prüft vor dem Upload § 43e BRAO, § 203 StGB und bei Strafakten aus der Akteneinsicht § 32f Abs. 5 StPO, nach jeder Antwort das Original.
Dieser Beitrag ist Rechtsinformation, keine Rechtsberatung im Sinne von § 2 RDG. Alle Produkt- und Preisangaben geben den Stand vom 26. Oktober 2026 wieder und können sich ändern.
Akte hochladen, Aktenauszug anfordern, Fundstellen prüfen
Hängen Sie die Akte im Chat an und schreiben Sie: „Erstelle einen Aktenauszug.“ Lulius legt Überblick, Widersprüche und Lücken, Chronologie und Beteiligte mit Seitenangaben als Dokument im Editor an und sucht zum Sachverhalt die passenden Normen und Entscheidungen der Bundesgerichte. Solo-Anwalt: 99 Euro im Monat inkl. USt. (83,19 Euro netto), 100 Anfragen, keine Kreditkarte, jederzeit kündbar.
Lulius Solo für die nächste Akte testen →Quellen
Gesetze (amtlicher Wortlaut, abgerufen am 26. Oktober 2026)
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StPO: § 32f, Form der Gewährung von Akteneinsicht; Verordnungsermächtigung, Abs. 4 S. 2 und Abs. 5; § 147, Akteneinsichtsrecht, Besichtigungsrecht; Auskunftsrecht des Beschuldigten
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ZPO: § 299, Akteneinsicht; Abschriften, Abs. 4 S. 2
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BRAO: § 43a, Grundpflichten, Abs. 2; § 43e, Inanspruchnahme von Dienstleistungen, Abs. 1 bis 6 und 8
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StGB: § 203, Verletzung von Privatgeheimnissen, Abs. 1 Nr. 3, Abs. 3 S. 2, Abs. 4 S. 2 Nr. 1
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DSGVO: Art. 9, besondere Kategorien personenbezogener Daten, Abs. 2 lit. f; Art. 10, Daten über Straftaten
Bundesrechtsanwaltskammer
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BRAK, Hinweise zum Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI), Stand Dezember 2024 (PDF), Ziff. 3.1 und 3.2; Übersicht der BRAK-Handlungshinweise
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Praxisdokument KI in der juristischen Praxis, Podcast-Begleitpapier vom 13.03.2026 (PDF)
Anbieterseiten (abgerufen am 26. Oktober 2026)
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ACKTE AI: ACKTE für Strafverteidiger, Demo und FAQ zum Preis, Startseite TEACK
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Cernio Straf: Funktionen und FAQ, Preise und Tarife, Impressum
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PRIME LEGAL AI: Startseite mit Preisen
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AnNoText Expert AI: Flyer „Expert AI in AnNoText“ (PDF), AI Assistant Factsheet (PDF)
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Deubner KI Associate: Shopseite mit Tarifen
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Whisperit: KI-Dossieranalyse, Whisperit-Preise mit FAQ, Juristische Quellen
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anymize: Akteneinsicht auswerten im Strafrecht, anymize-Preise inkl. USt.
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Claude: Pläne und Preise
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juris KI-Suite: juris KI-Suite im juris Portal
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Anwaltsblatt: KI-gestützte Rechtsberatung, online 15.09.2026
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Lulius: Startseite mit Preisbereich, Funktionsseite Akten, PDF-Schwärzen-Tool, Compliance; Release-Hinweis „Akten-Modus“ vom 20.10.2026 im Lulius-Arbeitsbereich
Über die Redaktion
Die Lulius Redaktion ordnet Legal-Tech-Werkzeuge und Rechtsfragen faktenbasiert für den deutschen Rechtsmarkt ein. Alle Angaben zu den Tools in diesem Beitrag haben wir am 26. Oktober 2026 auf den Seiten und in den PDFs der Anbieter geprüft, die Normtexte am selben Tag gegen den amtlichen Wortlaut. Mit echten Akten getestet haben wir keines der Tools. Kein Anbieter hat für Aufnahme oder Reihenfolge bezahlt. Lulius ist unser eigenes Produkt.
Hinweis: Dieser Artikel bietet allgemeine Rechtsinformationen und stellt keine Rechtsberatung im Sinne des RDG (§ 2 RDG) dar.